Prinzessinnen und so

Warum heißt dieser Blog so? Weil das Bild der Prinzessin auf der Erbse ein gesellschaftlich gelerntes Bild für einen Menschen ist, der viel wahrnimmt und spürt. Dieses Bild ist zwar irgendwie auch schon abgegriffen und auch irgendwie eindimensional, eigentlich sogar platt, aber es erfüllt seinen Zweck. Die URL ist eingängig, so dass man sie sich gut merken kann. Und danach geht es ja eh um Inhalte.
Ich wurde auch schon mal angesprochen, dass es auch andere gibt, die diesen Namen nutzen. Das ist völlig o.k. für mich, und wer mich schließlich kennt, der weiß, dass ich unverwechselbar bin! 😉

Bin ich eine Prinzessin? Nö! War ich auch nie. Ich war eigentlich sogar immer eher der Sohn, den mein Papa nie hatte. Ich habe immer mit angepackt, im Dreck gespielt und kam mit blauen Flecken vom Bolzplatz nach Hause. Lustigerweise lief mir dann aber der Begriff Prinzessin doch mal über den Weg, und zwar völlig unerwartet…

In meinem ersten Job nach meinem Studium war ich verantwortlich für das Marketing eines größeren mittelständischen Unternehmens. Es begab sich (um beim Märchen-Jargon zu bleiben), dass ich direkt dem Gesamtgeschäftsführer unterstellt war, der mich und meine Meinung auch sehr schätzte. Wer sich ein wenig mit Marketing auskennt, der weiß, dass Marketing und Vertrieb immer mal wieder aneinander geraten können. Der Vertrieb will nicht „in Schönheit sterben, sondern verkaufen“ und das Marketing schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn im Vertrieb Unterlagen mit „Word Art“ Überschriften erstellt werden. Der Vertrieb unterstand einem anderen Geschäftsführer und bestand aus rund 20 Männern, allesamt älter als ich und allesamt „unstudiert“. Und nun kam ich. Jung, studiert, weiblich, wissbegierig und an der richtigen Position. Zugegebenermaßen manchmal auch noch ein wenig „smartassy“, wohl am besten zu übersetzen als neunmalklug.
Das Unternehmen war ein großer Getränkelogistiker mit 6 Eigenmarken alkoholfreier Getränke, die ich verantwortete. Also alles in allem ein Business, in dem es auch eher rauh zugeht. Ich machte meinen Job und versuchte natürlich, alle an Bord zu holen, um optimale Ergebnisse zu erreichen. Das klappte mal gut und mal war das Verhältnis zum Vertrieb sperrig, jedoch nicht meinerseits. Als es dann um eine Beförderung ging, die ich schließlich auch bekam erfuhr ich letztendlich, dass einer der Vertriebsleiter sich dagegen ausgesprochen hatte und auch das Wort „Prinzessin“ fiel. Ich viel aus allen Wolken! Das hatte ich nicht kommen sehen! Die einzige Erklärung, die ich hatte, war, dass sie sich bedroht fühlten. Die Prinzessin kam wohl eher aus dem Gedanken heraus, dass ich die rechte Hand des Gesamtgeschäftsführers (sozusagen des „Königs“) war. Ich beschloss, die Ärmel hochzukrempeln und mit diesem komischen Prinzessinen-Image ein für alle Male aufzuräumen. Also lud ich ganze Lkw-Ladungen von Hand ab, fuhr Kühlanhänger durch die Gegend und machte Touren gemeinsam mit Außendienstmitarbeitern. Und siehe da: Es dauerte zwar einige Zeit, aber das Eis brach und das Bild wurde endlich geradegerückt. Danach flutschte es dann auch in der Zusammenarbeit. Ihr seht, dieses Prinzessinen-Bild hatte nichts mit meiner Hochsensibilität zu tun, sondern schlichtweg mit Sexismus am Arbeitsplatz und persönlichen Ängsten von Kollegen. Wieder etwas gelernt!

Ach ja, zu guter Letzt: Es gibt wirklich auch hochsensible Prinzessinen, nämlich Prinzessin Märtha Louise von Norwegen! 😀 Hier ein kleines Interview mit ihr aus der Zeitschrift Emotion.

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