Es werde Licht

Licht ist für mich etwas wundervolles! Sei es in Form von Sonnenschein, einer gedimmten schönen Lampe, Kerzenschein oder einem gemütlichen Lagerfeuer. Ich bin mir dessen aber bewusst, dass Licht, generell bei Menschen und bei Hochsensiblen im Speziellen, die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrufen kann. Auch bei mir.

Ich selbst bin blond und habe blaue Augen. Im Sommer muss ich gut auf mich Acht geben, um keinen Sonnenbrand oder Sonnenstich zu bekommen. Sonnenschein und Sommer sind total schön – sofern ich selbst im Schatten sitzen oder liegen kann. Witzigerweise kann man sich ja sogar im Schatten echt schnell verbrennen. Ging mir vor 2 Jahren so als wir über Silvester auf den Malediven waren. Wir kamen morgens an und es war bewölkt. Beim Frühstück hatten wir einen Platz unter einem Dach im Freien. Und innerhalb einer Stunde habe ich mir dort einen Sonnenbrand geholt. War auch echt naiv irgendwie! Sonnenschutz sollte man auch auftragen, wenn man längere Zeit im Schatten sitzt.

Die Haut ist das Eine und das Andere sind die Augen. Im Sommer habe ich draußen und beim Autofahren fast immer eine Sonnenbrille auf, auch wenn es bewölkt ist. Das viele Licht wird auch durch weiße Wolken irgendwie anders gebrochen, so dass ich mich schnell geblendet fühle.

Skurrilerweise verhält es sich bei mir am Arbeitsplatz wiederum eher konträr. Wenn es hier nicht hell genug für mich ist kommt mein Kreislauf nicht in schwung und ich habe das Gefühl, einzuschlafen. In den Zeiten, in denen ich mein Büro mit anderen teilte war das teilweise echt schwierig. Hier fühlten diese sich nämlich teilweise geblendet, wenn ich an einem Oktobermorgen im von mir gefühlten Zwielicht die Deckenlampe über unserer Schreibtischinsel angemacht habe (natürlich nur auf ca. 40% runtergedimmt) und sie damit überfordert waren. Gerade in meinem letzten Post hatte ich es ja von den Tücken eines Großraumbüros. Umso happier bin ich, dass ich zwischenzeitlich, wann ich will, egal was an oder ausknipsen kann! 😀

Ganz fies wird es, wenn die Lichtempfindlichkeit solche Ausmaße annimmt, dass die Teilnahme am „normalen Leben“ eingeschränkt wird. Meine Freundin (die, über die ich auf meine eigene Hochsensibilität gestoßen bin) hat aktuell eine Lichtempfindlichkeit, die es ihr nicht ermöglicht, an einem normalen sonnigen Tag längere Zeit draußen zu bleiben. Bei ihr geht das leider sogar so weit, dass ihre Haut sofort mit einer Art Verbrennung reagiert, ohne dass dies ein Sonnenbrand im eigentlichen Sinn ist. So trägt sie Bekleidung mit Lichtschutzfaktor, eine Schirmmütze und immer lange Hosen und lange Ärmel und geht tagsüber nach Möglichkeit nicht raus. Bei ihr gibt es die Vermutung, dass das Ganze im Zusammenhang mit der medikamentös behandelten Krankheit zusammenhängt, also eine Reaktion auf die Medikamente. Was Hoffnung auf Besserung beschert! Und bis dies endlich soweit ist sitze ich auch gerne drinnen mit ihr oder gehe abends mit ihr spazieren.

Warum erzähle ich Euch das? Ich möchte Euch auch hier zeigen, dass es die unterschiedlichsten Arten der Lichtempfindlichkeit gibt und auch nicht das Eine zwangsweise das Andere bedeuten muss. Das Wichtige ist, dass Ihr selbst für Euch herausfindet, was Euch gut tut und was nicht. Und dann Wege findet, wie Ihr Euch Euren Alltag am Besten gestalten könnt.

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