Arbeitsplatz-Horror

Es war ein bestätigendes Erlebnis für mich, in einem Buch über Hochsensibilität den Part zum Arbeitsleben zu lesen. Hier gab es Empfehlungen, wie man sich den Arbeitsalltag besser gestalten kann und ich war extrem überrascht, wie viel ich davon von Jahr zu Jahr immer mehr intuitiv umgesetzt habe.

Jeder von Euch kennt Situationen aus dem Arbeitsleben, in denen sich die Geister scheiden. Fenster auf oder zu? Klimaanlage an oder aus? Licht an oder aus? Der Kollege der gefühlt ins Telefon schreit, andere Kollegen, die sich ungefragt an den eigenen Schreibtisch setzen und womöglich noch die Sitzhöhe des Bürostuhls verstellen und Gegenstände auf dem Schreibtisch herumschieben. Wuhaaaaa!

Für mich persönlich ist der Schreibtisch und das direkte Umfeld eine Art Intimzone. Klar darf sich auch jemand nähern, aber nur auf „Einladung“. In meinem vorherigen Job wuchsen wir innerhalb von 8 Jahren so stark, dass sich die Bürosituation ständig ändern musste. Zunächst ein schnuckeliges kleines Büro – zu dritt. Dann das nächste dieser Art. Danach ging es in ein anderes Gebäude, wo wir nur zu zweit im Büro waren und sogar einen kleinen Besprechungsraum hatten. Das war echt angenehm. Dann ging es wieder rüber ins andere Gebäude: in superschön und mit viel Liebe zum Detail sanierte Räume mit tollen Möbeln. Eigenlich super, aaaber: GROSSRAUMBÜRO!!! Horror! Ich hatte so etwas bis dahin noch nicht gehabt, aber mir schwante, dass ich hier echt gefordert werden würde. Ich äußerte meine Bedenken schonh während der Bauphase klar. Aber es gab halt schlichtweg keine kleineren Räume mehr. Gottseidank durfte ich mir einen Sitzplatz aussuchen, so dass ich mit meinem Team in der aus meiner Sicht schönsten und tragbarsten Ecke gelandet bin. Es war für mich trotzdem wirklich heftig. Insbesondere das Thema Lärm war die Herausforderung. Und die Tatsache, dass es keine Tür gab zum Zumachen, so dass jemand klopfen müsste bevor er mich anspricht. Klar kann man für sowas Regeln aufstellen, aber da hält sich halt leider nicht jeder dran.

Mein Bose Noise Cancellation Kopfhörer hat auch hier gute Dienste geleistet. Und mein wirklich großartiges Team hat mich auch unterstützt, indem es versucht hat, sich an die Regeln zu halten. Im Gegenzug habe ich dann versucht, meine Telefonlautstärke zu drosseln. Es ist ja nicht so, dass man nicht selbst Stein eines Anstoßes sein kann.

Wenn Ihr selbst HSP seid, empfehle ich Euch dringend, Großraumbüros zu vermeiden. Das geht unnötig an Eure Substanz. Ansonsten sucht den Dialog mit den anderen, redet offen über Eure Herausforderungen und hofft auf deren Verständnis. Es geschehen ja schließlich immer wieder Wunder! 😀

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