Raus aus dem Schrank!

Seit ich weiß, dass ich hochsensibel bin überlege ich immer wieder, wem ich davon erzähle und wem nicht. In den letzten Wochen habe ich mich ein gutes Stück weiter aus meinem Schrank gewagt – und soviel gewonnen!

Anfang Mai war ich auf einem vom Marketingclub Karlsruhe veranstalteten Barcamp. Für die unter Euch, die Barcamps nicht kennen: hat nix mit Trinken zu tun. Barcamps sind sogenannte „Unkonferenzen“, bei denen bis zum Beginn nicht feststeht, wer über was spricht. Am Morgen der Veranstaltung können sich Teilnehmer mit einem Thema vorstellen, über das sie gerne reden würden und die anderen Teilnehmer können ihr Interesse daran anmelden. So ergibt sich dann die Agenda des Tages.

Eigentlich hatte ich vor, konsumierend teilzunehmen und nur als Zuhörerin in Vorträge zu gehen. Als es dann um die Agendafindung ging, hatte ich die Eingebung, dass ich einfach mal einen (unvorbereiteten) Beitrag zum Thema Hochsensibilität anbieten könnte. Für mich ein großer Schritt. Zum einen, weil das Thema nicht wirklich Marketingbezug hat (müssen die Themen bei einem solchen Barcamp aber auch nicht) und zum anderen, da es ja gut und gerne hätte sein können, dass es niemanden interessiert. Und ich da vorne stehe.

Also bin ich nach vorne gelaufen, habe gesagt, dass ich als HSP gerne mal aus der Westentasche plaudere und habe gefragt, wen das interessiert. Von den rund 50 Teilnehmern haben 17 gestreckt. Ich war überwältigt! Alle 17 waren letztendlich in meiner Session, auch wenn es drei weitere Parallelvorträge gab, die allesamt spannend waren.

Der Vortrag an sich hat mir sehr viel Freude bereitet. Reden vor Menschen kann ich gut, auch spontan. 3 von den 17 Teilnehmern sagten mir, dass Sie wissen, dass sie auch hochsensibel sind. Bei mehreren verstärkte sich im Laufe meines Vortrages die Ahnung. Wir hatten ein tolles Gespräch. Es kamen viele Fragen und alle waren total offen. Im Nachgang hatte ich auch noch eine wundervolle Begegnung mit einer Teilnehmerin. Ich ging auf sie zu, weil ich aufgrund einiger ihrer Äußerungen das starke Gefühl hatte, dass sie auch HSP ist. Ich sprach sie an, sie brach in Tränen aus und bedankte sich bei mir.

Der zu sein, der man ist und sich nicht zu verstecken lohnt sich! Also wagt Euch auch nach und nach aus Eurem Schrank und Ihr werdet sehen, wieviel Euch die Menschen, denen Ihr Euch öffnet, zurückgeben!

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