Nachtigall ick hör Dir trapsen

Wie der Titel vermuten lässt geht es heute ums Hören. Interessanterweise scheint gerade dieses Thema bei vielen HSP für Herausforderungen zu sorgen. Ich kann für mich sagen, dass ich sehr gut höre, was in einigen Situationen zu, sagen wir mal, Abstimmungsschwierigkeiten führt.

Die lustigste Situation in diesem Zusammenhang war die, dass ich aufgrund eines Piepens in meinem Ohr zum HNO-Arzt gegangen bin und mich dort einer gründlichen Untersuchung samt Hörtest unterzogen habe. Nun ist zu sagen, dass die Praxisräume so gestaltet sind, dass es eine Anmeldetheke gibt, vor der direkt einige Stühle den Wartebereich darstellen. Die Theke war durch 2 bis 3 Assistentinnen besetzt, da es sich um eine Gemeinschaftspraxis handelt. Zu den Untersuchungszimmern geht es einen langen schmalen Flur, dann um eine Ecke. Der Raum für den Hörtest befindet sich nochmal um eine weitere Ecke. In dem Raum befindet sich wiederum eine Art durch Wände und Glas abgeschlossene Zelle, in die sich die zu testende Person setzt. Dort bekommt man dann einen Kopfhörer auf beide Ohren und einen Klicker, mit dem man signalisiert, sobald man den jeweiligen Piepton hört. Das Ganze wird dann je nachdem noch durch ein eingeblendetes Rauschen erschwert etc.

Der Test ging los und ich habe fleißig gehört und gedrückt. Dann irgendwann hörte ich Stimmen, die mich so stark von dem Test ablenkten, dass es mir schwerfiel mich zu konzentrieren. Ich meldete mich bei den beiden Personen, die den Test mit mir durchführten und erzählte ihnen, was mein Problem war. Sie verstanden zunächst gar nicht, was ich meinte. Nach mehrfachen Erklärungen ging die eine aus dem Raum und schaute nach, was draußen los war. De facto haben sich einfach nur 3 Personen im Wartebereich unterhalten, was von den beiden, die zwar im Testraum waren, aber nicht mal in meiner Zelle – geschweige denn mit Kopfhörer – waren überhaupt nicht wahrgenommen wurde.

Wir führten den Test weiter und ich habe alle Konzentration aufgebracht, nicht den Stimmen zu folgen. Ich muss hier dann wohl auch nicht erklären, warum ich in dem Test außerordentlich abgeschnitten habe und die Test-Töne bereits in Intensitäten gehört hatte, in denen sie menschlich (bezogen auf die medizinischen Durchschnittswerte) fast noch nicht wahrnehmbar sind. Soweit meine glorreiche HNO-Geschichte… #superheld

Wo ist die Downsite, also der Nachteil, der mit dieser Begabung kommt? Eigentlich liegt es auf der Hand. Im Kino und vor dem Fernseher mit anderen ist es mir meist zu laut. Musik geht witzigerweise besser – insbesondere, wenn sie mir gefällt und ich darauf Tanzen kann! 😉 Laute Sprechstimmen und Weltraum-Explosionsgeräusche oder Ork-Schlachten in Mittelerde sind für mich furchtbar.

Umgebungsgeräusche beim Schlafen sind auch unbedingt auszuschalten, was zugegebenermaßen als jemand, der gern bei offenem Fenster schläft herausfordernd ist. An der Kasse bei dm gibt es jedesmal verständnisvolles Lächeln, wenn ich das gesamte Verkaufsdisplay von Oropax aufs Band lege. Wirkt aber halt!

Dem Thema Großraumbüro widme ich einen eigenen Beitrag „Arbeitsplatz-Horror“…

Generell hilft in den unterschiedlichsten Lebenssituation mein Noise Cancellation Kopfhörer von Bose, den ich nicht mehr missen mag. Am Anfang verursachte er zwar seltsame Schwindelgefühle bei mir. Diese sind aber mittlerweile weg und ich genieße es, meine Umgebung auf Knopfdruck nahezu ausschalten zu können.

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