Wie es anfing

Die Tatsache, dass ich hochsensibel bin, entdeckte ich vor ungefähr sechs Monaten. Diese Entdeckung war für mich die größte und erleichterndste Erfahrung, die ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe.

Ich hatte schon immer das Gefühl anders zu sein. Schon als Kind bin ich abends auf unserem Balkon gestanden, habe in die Sterne geschaut und gesagt, dass ich von dort oben komme. Auf eine seltsame Art und Weise konnte ich mich mit dem irdischen Leben nicht identifizieren. In den letzten 40 Jahren hatte ich mich aus meiner Sicht überdurchschnittlich oft falsch verstanden gefühlt und konnte oft gar nicht nachvollziehen, wie das Ganze zustande kam. Seit ich denken kann interessiere ich mich dafür, was andere Menschen denken und fühlen.

Nun ist zu sagen, dass ich zu den ca. 30 % extrovertierten HSP gehöre. Als ich zum ersten Mal von dem Thema Hochsensibilität gehört hatte konnte ich dieses Thema in keinster Weise auf mich beziehen. Ich dachte, dass Hochsensibilität grundsätzlich mit Introvertiertheit einhergeht. Etliche Bücher erwecken auch diesen Eindruck.

Meine grundsätzliche Sicht auf dieses Leben ist eine spielerische, erfahrungsorientierte. Ich ziehe gerne den Vergleich zu einer Schnitzeljagd, auf der ich mich durch diverse Hinweise durch die Welt treiben lasse, um nach und nach zu einem Ziel zu kommen, das ich noch nicht kannte. Ebenso ging es mir mit der Entdeckung, dass ich hochsensibel bin.

Innerhalb weniger Tage hatte ich an den unterschiedlichsten Ecken und Enden von diesem Thema. Unter anderem schaute ich ein Video von einem österreichischen weiblichen Coach zu einem völlig anderen Thema. Da ich ihren Ansatz interessant fand habe ich weiter recherchiert und mir Ihre Website angeschaut. Ich schaue mir gerne die Lebensläufe der Menschen an, mit denen ich zu tun habe. Dies habe ich auch hier getan. Hier schrieb sie, dass sie als HSP auch Unterstützung für Hochsensible anbietet und gab dort auch ihren „Count“ an.

Neugierig geworden habe ich weiter recherchiert und mir unterschiedliche Tests angeschaut und ausgefüllt. Allesamt kam sie zu dem Ergebnis, dass ich hochsensibel bin. Am Tag darauf war ich bei einer guten Freundin zu Mittag essen und sprach sie an, ob sie schon einmal von diesem Thema gehört hat. Sie blickte mich überrascht an und meinte, ob ich sie veräppeln möchte. Daraufhin erzählte sie mir, dass sie fast ein Dutzend Bücher zu diesem Thema oben stehen hätte. Fasziniert bat ich sie direkt, mir einige davon auszuleihen. Wenn ich Bücher lese, tue ich dies meist nicht an einem Stück. Ich versuche mir die für mich in diesem Moment relevanten Information herauszuziehen und die nach meinem Gefühl irrelevanten Teile auszulassen. Ich bin ungeduldig.

Insbesondere ein Buch hat mich komplett überwältigt. Es gab etliche Passagen, die ich mehrfach lesen musste, da ich meinen Augen nicht trauen konnte. Dann trieb es mir die Tränen in die Augen. In diesen Zeilen stand ich. Einfach ich. Verstanden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s